Die Urheberrechtsreform Artikel 11,12 und 13 bzw. 17

Bild: https://twitter.com/HerrNewstime/status/1109465185981480963

Am Samstag den 23.3.19 Demonstrierten mehrere Hunderttausend Menschen Europaweit gegen die Urheberrechtsreformen Artikel 11 und 13. Wir waren in München dabei und allein hier waren es schon um die 60.000 Menschen welche zum Beispiel gemeinsam „Wir sind hier, wir sind laut. Weil man uns die Freiheit klaut.“ riefen. Beteiligt waren Menschen aus jeder Altersklasse. Jung und Alt. |Von Sascha Gündogar

Was ist diese Urheberrechtsreform?

Mit der neuen Urheberrechtsreform meinen wir im allgemeinen die Artikel 11,12 und 17/13. (In der Wandlung von Artikel 13 zu Artikel 17 hat sich lediglich der Name des Artikel geändert „Artikel 17“)Diese beinhalten eine gute Grundidee, welche besagt dass die „Kreativen“ besser entlohnt sollten.

>>So weit so gut! Aber was ist denn so schlimm daran?<< Die Umsetzung dieser Idee ist: Nicht mehr der User welcher das Medium hochgeladen hat ist schuld an der Verletzung der Datenschutzrichtlinie sondern die Plattform. Und hier kommen wir zum Knackpunkt. Klagen und strafen welche durch missachten dieser Richtlinie von Usern ausgelöst werden, könnten die Sozialen Netzwerke Finanziell nicht verkraften also müsste ein Upload filter her welcher aber enorm viel Geld kosten würde und dieses Geld hätten nur die ganz großen, also Facebook und Google beziehungsweise YouTube. Also müssten die kleineren Plattformen, welche zu viele Beiträge und öffentliche Kommentare bekommen, alle bei Facebook und YouTube einkaufen oder schließen. Und das Zweite Problem wäre, dass die Meinungsfreiheit durch solche Upload filter enorm eingeschränkt werden würde, denn so eine „Erkennungssoftware“ (So nennt Herr Axel Voss die Upload filter. Im Internet Bereich werden solche Filter auch Zensurmaschinen genannt) können nicht zwischen Urheberrechtsverstoß und Meme, Zitat und Parodie unterscheiden. In dem Fall wäre wie gesagt die Meinungsfreiheit beziehungsweise das Zitat recht und die Parodiefreiheit angegriffen. Die EU sieht hier, wenn ein Upload filter von Nöten ist, einen Filter vor welcher diesen Unterschied erkennen kann – das ist leider Technisch nicht umsetzbar.

Wie geht man gegen diese Reform vor?

Es gab bereits im Juli 2018 einen erfolgreichen Stopp dieser Reform durch eine Online Petition welche 800.000 Unterschriften hervorbrachte. Nun gibt es wieder eine Petition  welche bereits 5 Mio. Unterschriften sammelte. Zu dem gibt es mittlerweile den Hashtag #CallEU bei dem es darum geht die EU abgeordneten anzurufen. Auch die Wikipedia hat bereits am 21.März gegen die neue Urheberrechtsreform Demonstriert, obwohl sie als gemeinnützige Seite ausgenommen sind. So konnte man den ganzen Tag die Seite nicht öffnen.

Was hat die Bildzeitung damit zu tun?

Im Artikel 13/17 Fall ist die Bildzeitung mit Vorwürfen buchstäblich „Bombardiert“ worden. Zum Beispiel der Vorwurf zur Bestechung von EU Abgeordneten oder ein anderer Vorwurf zur Lügenpresse. Auf unsere anfrage zu einer Stellungsnahme der Bild, haben wir leider keine Antwort bekommen.

„Mit gekauften Demonstranten versuchen Gesetze zu verhindern“

Daniel Caspary behauptete in einem Bild-interview, dass die Demonstranten gegen Artikel 13/17 gekauft wären. Dies hätte pro Person angeblich 450€ gekostet. Und so etwas können wir nicht bestätigen. Wie erwähnt waren wir vor Ort und es war nicht möglich in irgendeiner weise Geld bezüglich der Demonstration einzuziehen. Wir haben auch schon ausgerechnet was das gekostet haben müsste, wenn das tatsächlich passiert wäre:
-,450€ pro Person x 200.000 Demonstranten = 90.Mio.€ die von der NGO (Quelle: Bild.de) bezahlt hätten werden müssen. Aber so etwas in der Art ist nicht eingetreten. Daniel Caspary beteuert so etwas nie gesagt zu haben, wie er via Twitter mitteilte.

Aber auch in der Vergangenheit haben Politiker seitens CDU/CSU versucht gegen die Demonstranten mit vermeidlichen lügen vorzugehen. Zum Beispiel Sven Schulze bezeichnete die Menschen welche sich via E-Mail an ihre abgeordneten gemeldet haben, als von G-Mail angeführter Fake. Zitat:
„[…]Mal ganz davon abgesehen,[…] stammen ALLE von #Gmail Konten.🤔 Mensch #google,[…] habt ihr diese #fake Aktion wirklich nötig?“

Auch Prominenz mischte sich ein!

Neben Influenzern, wie Beispielsweise die Marmeladenoma (87), welche sich Via Twitter gegen den Artikel 13/17 äußerte, sagte auch Lena, sie sei für einen besseren Schutz der Contentcreator, aber nicht auf diesen weg. Natürlich waren auch Promis für den Artikel. Als Beispiel, Andreas Andreas Bourani, das sieht man deutlich auf dem Twitterprofil der GEMA. Er selbst äußerte sich auf seinem Sozialmedia Account nicht dazu. Auch Sänger Mark Forster ist deutlich erkennbar auf dem Sozialmedia von der GEMA für die Urheberrechtsreform Artikel 13 Äußerte sich dazu aber ebenfalls nicht auf seinem Twitterprofil.

Fazit…

Eine neue Urheberrechtsreform wird derzeit dringend benötigt, aber die aktuell vorliegende ist nicht das gesuchte für die Masse. Ganz im Gegenteil, Urheber sind dagegen, sowie das Volk. Alle hoffen also dass in Zukunft eine Reform vorgeschlagen wird welche auch die Meinungsfreiheit vertritt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*